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Ein neuer Song, der polarisiert!

7. Februar 2018

Flüchtlingskrise. Wer an diesem Begriff in den vergangenen Jahren vorbeigekommen ist, hat offensichtlich auf einem Baum gelebt oder ist Elon Musks Spaceman zuvorgekommen und kurzzeitig zum Mars gereist. Wer mich kennt, weiß, dass mich so ein Thema prinzipiell schwer beschäftigt, da in mir ein tiefer Glaube an Humanität, Freundlichkeit und Füreinander schlummert. Umso betroffener bin ich, wenn Fehler in der Politik oder (zugegeben massiv schwerwiegende) Straftaten Einzelner auf eine gesamte Personengruppe gemünzt und für populistischste, fremdenfeindliche Zwecke eingesetzt werden.

Mir lag es schon seit Monaten am Herzen, diese Gedanken irgendwie in einen Song zu packen, doch gelang mir der richtige Angang nicht. Am Wochenende war es aber soweit, plötzlich kam mir ein Gedanke, der Text schrieb sich wie von selbst und auch die Musik kam quasi aus dem Nichts. Mir war es wichtig, nicht in die elendige Diskussion einzusteigen, die sowieso fast nur noch Schwarz und Weiß kennt, sondern mich in die Lage eines Menschen zu versetzen, der seine Heimat eigentlich liebt, sich aber in das Schicksal der Schlepper begibt, um so die vage Chance zu ergreifen, für sich und seine Familie (die in meiner Geschichte mangels Geld zurückbleiben muss, da sie nur den Stärksten schicken können) eine Zukunftsperspektive zu finden.

Die von mir ausgesuchten, echten Nachrichtentexte, mit denen ich die Geschichte anreichere, lassen darauf schließen, dass es ihm nicht gelingen wird, diese Überfahrt lebendig zu überstehen. Erstaunlicherweise trifft es mich selbst jedesmal sehr, wenn ich den Song höre – obwohl er doch aus eigener Feder stammt. Aber hört und schaut selbst.

Keep on rockin´
Ree

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Wahnsinn, es ist Februar!

1. Februar 2018

2018. Ich habe mich noch gar nicht blicken lassen, so umfassend war ich mit mir selbst beschäftigt. Ist es Selbstfindung, Selbstverleugnung oder Selbstverarsche? So genau weiß ich das gerade in der Tat nicht wirklich. Ich lebe in einer Zwischenzeit, einer seltsamen Phase aus unfassbarer Freiheit und wahnwitzigem Getriebensein; ich habe keine Verpflichtungen, lege mir aber so viele auf, dass die Tage selbst dann an mir vorbei rasen, wenn ich meinen dicken Hintern lediglich auf der kuhgefleckten Couch meines momentanen Übergangsdomizils parke. Auch wenn ich nichts tue, halten es meine Gedanken offenbar für eine prima Idee, in irrsinnigem Tempo durch die Weiten meines Hirns zu rasen und mal schlechtes Gewissen, mal urbane Sehnsüchte und mal fast greifbare Pläne in den Vordergrund zu stellen. Will ich mich aber tatsächlich mal auf eines dieser Dinge konzentrieren, prasselt eine Vielzahl neuer (verborgener?) Eindrücke auf mich ein, die die Aufmerksamkeit aus dem Diesseits ins Andere und über Umwege wieder zurück jagen. Was das bedeutet? Ich habe in über 12 Monaten Freiheit sehr vieles angefangen und so wirklich gar nichts beendet. Beispiele? No problem.

Da wollte mal einer an der Journalistenschule das Rüstzeug der schreiberischen Künste erweitern, um ein tolles Zertifikat an die Wand klatschen zu können. Würde sich doch toll neben der Bachelor-Urkunde aus Großbritannien machen. Ok, gelernt habe ich schon einiges, 11 Hausarbeiten sind abgegeben, was mich nur noch durch eine letzte und die Abschlussarbeit quälen lässt, doch warum, verdammt nochmal, fällt es mir so schwer? Immerhin habe ich mich gegen viele Kandidaten durchgesetzt und wollte im Oktober durch sein. Klar, ich darf bis Oktober 2018 verlängern, aber muss man wirklich alles bis zuletzt ausreizen? Ich stehe übrigens 1,9 und die Unterlagen sind irrsinnig lehrreich, daran kann es also nicht liegen. Bin ich so adrenalingetrieben, dass mich nur Deadlines pushen? Durchaus möglich, war im Business-Studium nicht groß anders. Dennoch, die letzten Hausarbeit muss nun bald mal raus.

Weiteres? Klaro. Ihr erinnert euch an mein Musikprojekt? Drei Videos sind online, neun Songs sind aufgenommen, zwölf sollen es eigentlich werden. Aber seit Oktober habe ich keinen mehr aufgenommen, obwohl ich schon Kontakte mit Presswerken und Co herstellen konnte. Liebe ich die Musik nicht mehr? Doch, aber vielleicht fehlen die aufgeputschten Nächte. Ok, das lässt sich vielleicht mal wieder lösen. Aber wann?

Fehlt noch was? So manches. Ich suche ja auch mal wieder eine Festanstellung, weil ich das Gefühl habe, dass mir das ein wenig fehlt. Ich weiß natürlich, dass meine monetäre Erwartung nicht von jedem bedient werden kann, doch sollte man sich ja auch nicht übermäßig unter Wert verkaufen. Dennoch wäre es vermutlich ratsam, seine Unterlagen mal in Gänze zu perfektionieren und einen kleinen Bewerbungsmarathon zu starten. Im Gegensatz dazu habe ich zwar sehr gute Dokumente, doch der Versand läuft doch noch sehr schleppend. Ich rede mir zwar ein, dass dies auch mit dem Angebot zu tun hat, dennoch denke ich tagtäglich, dass da mehr geht.

Und das sind nur drei von geschätzt zwanzig Themen, die mir gerade wichtig sind. Da gibt es noch Zwischenmenschliches, Webprojekte, Reisepläne, Finanztransaktionen und, und, und. Alter Falter. Und so ging der erste Monat des Jahres 2018 ins Land, ein besonderes, da ich mal wieder ein Jahrzehnt abschließen darf, ohne dass ich auch nur einen lausigen Beitrag hier geschrieben habe. Hit me, kick me, but please stay wit´me! Ich werde 40, ich brauche euch mehr denn je. Wenn man gedanklich noch in den 20ern hängt, wird das bestimmt ein einschneidendes Erlebnis. Wenn meine Hirnzellen denn lange genug bei diesem Gedanken verweilen. Hiermit gebe ich ihnen die Freiheit, diesem Part den Stinkefinger zu zeigen und die Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken. Word!

Keep on rockin´
Ree

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4:30 Uhr: Eine Zwischenzeit!

9. Dezember 2017

Tiefschwarz. Es ist dunkler, als man es gewohnt ist. Stiller, der Kopf möchte auch unheimlicher daraus machen. Nur wenige Menschen sind um diese Zeit unterwegs, bevorzugt späte Clubgänger oder deren Transporteure. Nur vereinzelt macht sich jemand auf den Weg zur Arbeit, es ist noch keine Startzeit. Die Nachtschicht muss noch etwas arbeiten, die Frühschicht kann die Wärme des eigenen Bettes noch etwas genießen. Und so bleibt man ein einsamer Wolf, der bei einem Grad an jeder Ecke auf das Schlimmste gefasst ist, hier, in der Nacht, wo das Gute schläft und das Böse wacht.

Tiefschlaf. Ganz langsam schwindet diese Phase, weicht dem Druck der Blase und lässt so manches Mal ein erstes kurzes Aufstehen unvermeidbar werden. Der Blick schweift rüber zur Uhr und ein erleichtertes Lächeln breitet sich auf dem schlaftrunkenen Gesicht aus. Zwar nicht mehr mitten in der Nacht, aber doch noch Stunden vom Wecker entfernt. Nach dem Badezimmerbesuch verbleibt noch genug Zeit, um einen Traum fortzusetzen und die wohlige Wärme der Laken erneut genießen zu können. Eine gute Zeit.

Tiefenrausch. Der Club vibriert. Das lang erwartete Set des Hauptacts nähert sich seinem unvermeidbaren Ende, die Masse ist elektrisiert, der Boden bebt. Die Zeit spielt keine Rolle, der Raum verschwimmt im Nebel und Lichtblitze lassen gleichsam erschöpfte, wie befriedigte Gesichter erstrahlen. Das ekstatische Verlieren in Musik und Rhythmus, in Bass und Beat, bleibt ein berauschendes Erlebnis, das die Sorgen und Aufgaben des Alltags für den Moment vergessen lässt. Nur noch die Enthusiasten, die Genießer, sind im Club und erhalten das Privileg, die wunderschönen lila Wolken betrachten zu dürfen. 4:30 Uhr, wer bis dahin ausgehalten hat, erlebt die beste Zeit, die ein erstklassiger Club zu bieten hat. Schwer zu beschreiben, es will erlebt werden.

Keep on rockin‘

Ree

Musikprojekt Teil 2!

17. September 2017

Gedacht. Es ist ein paar Wochen her, da habe ich euch erstmals konkret von einem sehr emotionalen Song berichtet, der meine Gefühlswelt der letzten 18 Monate ziemlich gut zusammenfasst und für mich damit von besonders hoher Bedeutung ist. Damals sagte ich euch, dass noch die Videoproduktion ansteht und genau diese ist nun finassiert worden. Ergo präsentiere ich euch heute Track Nummer 2 meines Projekts, bin besonders stolz auf das Ergebnis und hoffe, ihr freut euch so wie ich.

Also, habt Spaß damit, teilt es gerne mit der ganzen Welt und keep on rockin‘
Ree

P.S.: Hier noch die Lyrics für euch. Enjoy!

Hab gedacht, endlich rum, eine Last fällt ab
Hab gedacht wenn es weg ist komm ich damit klar
Hab gedacht dass es besser ist weil Liebe starb
Doch jetzt weiß ich sehr genau, man, das ist nicht wahr
Hab gedacht, ein Zuhause, das sind doch nur Steine
Aber wenns so wär, warum sitz ich hier und weine
Hab gedacht, diese Hütte hat keinen Wert ohne dich
Ganz alleine dort zu Hausen wär zu schwer für mich
Hab gedacht die ganze Kohle man, das ist es nicht wert
Aber leider setzt man häufig nicht aufs richtige Pferd
Hab gedacht wenn es verkauft ist ist die Story geschlossen
Denn in Monaten sind viel zu viele Tränen geflossen
Hab gedacht, nun gibt es Neuland, ja nun ziehe ich weiter
Aber freuen kann ich mich nicht, nein, mein Herz wimmert leider
Hab gedacht dass ich nun endlich mal das richtige tue
Doch fühlts sich falsch an und die Seele gibt nicht annähernd Ruhe
Hab gedacht, vor langer Zeit mal, hier drin werde ich alt
Doch dann wurde erst Familie, dann die Räume auch kalt
Hab gedacht hier drin find ich endlich das ewige Glück
Doch gefunden hab ich gar nichts, nur der Schmerz ist zurück
Hab gedacht er vergeht, ist das Haus erst verkauft
Doch mir scheint das war falsch, denn er hört nicht mehr auf
Hab gedacht, man wird frei, lässt man los den Ballast
Doch im Innern bleibt er hängen, darum reicht es nur fast

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

Hab gedacht sei extrem, ändere völlig Dein Leben
Hab gedacht irgendwie muss ich nach anderem streben
Hab gedacht ohne Ballast geht es leichtfüßig weiter
Doch nun tret ich auf der Stelle rum und quäle mich leider
Hab gedacht, ganz alleine tut mir niemand mehr weh
Doch alleine merk ich manchmal dass mir irgendwas fehlt
Hab gedacht, ohne Regeln kann ich tun was ich will
Um zu merken, ohne Regeln wird erst gar nicht gespielt
Hab gedacht, dieses Leben man, es lacht Dich nur aus
Also musste ich aus dieser ganzen Scheiße mal raus
Hab gedacht, wenn ich fliehe, ja dann gibt’s endlich Ruhe
Doch Probleme folgen einem notfalls bis in die Truhe
Hab gedacht, dass ich mich dann auf Zuhaus konzentrier
Denn nur Eltern stehen immer wie ein Fels hinter mir
Hab gedacht, das wird reichen für ein paar Jahre Glück
Doch es hilft nichts ich will auch voran und nicht nur zurück
Hab gedacht, nun mal Achtsam sein, trainieren, meditieren
Hab gedacht, so kann man sich in Gedanken verlieren
Hab gedacht dass dies der Seele etwas richtiges gibt
Und muss feststellen dieser Weg ist in der Tat ein Antrieb
Hab gedacht es geht nur weiter wenn ich alles zerstöre
Und vergessen dass ich damit auch manch gutes verlöre
Und nun denke ich tagtäglich wie das alles begann
Nehm den Schmerz bei der Hand und fang mit ihm neu an

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

Musikprojekt Teil 1!

5. September 2017

Weltenbunt. Manche machen Kunst, andere schreiben Texte und wieder andere müssen das Geschriebene von Zeit zu Zeit zudem verbunden mit Musik ausdrücken. Zu letzterer Gattung gehöre auch ich und da ich mein musikalisches Herz zudem bereits sehr früh an Black Music verlor, bietet es sich an, nach Jahren im stillen Kämmerlein auch mal den ein oder anderen Song mit euch zu teilen.

So gibt es nun als Auftakt einer kleinen Reihe einen der ersten Songs aus dem geplanten Album. Er liegt mir sehr am Herzen, greift er doch sehr wichtige Themen der letzten Jahre auf. Das Video dazu ist zwar nicht wirklich professionell, doch für die heutige Zeit unabdingbar 🙂

Ich freue mich über euer Feedback, ein wenig Unterstützung und bei Gefallen kräftiges teilen. Vielleicht mag ein Studio es ja professionalisieren und auf den Markt bringen 😉

In diesem Sinne, danke euch und keep on rockin´
Ree

PS: Der vor einigen Wochen schon mal angekündigte emotionsgeladene Song („Gedacht“) ist ebenfalls fertig, hier soll das Video aber aussagekräftiger werden und befindet sich daher noch im Dreh. Folgt aber unmittelbar nach Fertigstellung.

PPS: Hier noch der Weltenbunt-Songtext, nur für den Fall 🙂

Reeorchs: Weltenbunt

Geh doch mal mit offenen Augen
Durch die Straßen von zu Hause
Streif durch Wälder, Wiesen, Felder
Steig ins Flugzeug, find Dich selber
Lerne andere Menschen kennen
Wie sie Leben, was sie denken
Betrachte Tiere mal mit Liebe
Schon merkst Du, beknackt sind Kriege
Auf der Welt ist Platz genug
Wer anderes sagt verheißt Betrug
Und auch vom Geld ist nicht zu wenig
Nur ist die Verteilung dämlich
Können Wenige alles haben
Schürt das Neid, Hass, Kopfversagen
Zeig dem armen Mann das Fischen
Nicht wie wir die Welt vernichten

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Mächtig ist das Tier im Wald
Das mit für unseren Unsinn zahlt
Der Mensch ist Raubtier ohne Grenzen
Lädt nur ein zu Totentänzen
Forstet auf für den Profit
Bis es von allem nichts mehr gibt
Und Zieht dann weiter, startet neu
So ists bald mit der Welt vorbei
Öffnet eure Herzen nun
Denn es gibt noch so viel zu tun
Wollen wir alle glücklich leben
Müssen wir lernen abzugeben
Wissen teilen und auch Geld
Hey! Es geht um unsere Welt
Sie darf nicht in Flammen stehen
Ist von den Kindern doch nur geliehen

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Terror ist der neue Krieg
Sagt Gott schickt euch auf diesen Weg
Blind seid ihr, total zerrüttet
Köpfe mit Dreck zugeschüttet
Habt Respekt vor nichts und niemand
Rächt euch nur an irgendjemand
Und der Westen hilft dabei
Reagiert mit Waffen und Geschrei
Checkt die Lage einfach nicht
Der Krieg zeigt hier sein Angesicht
Jahrzehntelange Invasionen
Erschufen Terorismuszonen
Doch zerstört man die nur schwer
Für Frieden muss Perspektive her
Noch mehr Bomben bringens nicht
Die Welt gehört ins Gleichgewicht

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Alles auf Null!

11. August 2017

Wendepunkte. Wann hat man als gesetzter Erwachsener schon mal die Gelegenheit, wirklich alles mehr oder minder ohne Risiko auf den Kopf zu stellen und sich quasi wieder in einem Zustand wie nach der Schule zu befinden? Vermeintlich sogar mit besseren Voraussetzungen, da ein gewisser finanzieller Background und ein größerer Erfahrungsschatz vorhanden sind. Gut, Nachteile gibt es auch, nämlich die negativen Eindrücke vieler Jahre, die zu Zurückhaltung, Vorsicht und übergroßer Achtsamkeit führen, aber letztendlich liegt in der Neuerfindung rund um das 40. Lebensjahr durchaus ein gewisser Charme.

Nicht dass ich irgendwem die Erfahrungen der letzten zwei Jahre wünschen würde, regelmäßige Blogleser wissen ja von meinen Schmerzen, aber dennoch folgt aus manch Schlechtem natürlich auch das ein oder andere Gute. So habe ich mich durch die erfolgte Trennung meiner Ex-Frau von mir bekanntermaßen zum Ausstieg bei meinem geliebten langjährigen Arbeitgeber entschieden, was mir adäquat vergütet wurde und für einen jahrelang nicht gekannten (und manchmal gar belastenden) beruflichen Freiraum gesorgt hat. Zu meinem Bedauern wurde mir aber ja das gemeinsame Haus aufgedrückt und somit eine massive Belastung auferlegt – finanziell und emotional.

Also standen plötzlich einige Monate unter dem Druck, dieses Haus zu veräußern, da es zu meiner neuen Lebenssituation einfach nicht mehr gepasst hat – Traumhaus hin oder her. Nach unzähligen Besichtigungen, einigem hin und her, sowie viel Papierkram, war es zum 01. August dann tatsächlich soweit: Verbunden mit gewissen finanziellen Verlusten konnte ich das Objekt einer wunderbaren Familie übergeben, die hoffentlich dort jene Träume leben können, die mir vor Ort letztendlich verwehrt geblieben sind. Und so rollte ein weiterer Stein von meinem Weg und eröffnete den Blick auf eine flexiblere Zukunft.

btyHeute startete dann zudem das Job-Consulting, welches als Teil des Abschieds von meinem Arbeitgeber vereinbart war und mir Unterstützung bei der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bieten soll. Die ersten drei Stunden waren vielversprechend, anstrengend und sogar mit Hausaufgaben verbunden. Wir haben mein Profil geschärft, meine Schwerpunkte herausgefiltert und meine Lieblingseinsatzgebiete extrahiert. Ich hätte diese Effizienz nicht erwartet und war daher positiv überrascht. Über Einsatzorte oder konkrete Stellenangebote haben wir zwar noch nicht gesprochen, da der Fokus aber auf einem Neustart in 2018 liegt, ist es noch nicht dramatisch.

Parallel bringe ich meine weiteren Projekte voran, wie die http://www.urlaubslust24.de, meine eigene Consulting-Firma (aktuell schwerpunktmäßig im Sportbusiness-Bereich), ein Facebook-Projekt und mein Journalismus-Studium. Zudem konzentriere ich mich auf mein Sport-Programm, plane einen Urlaubstrip mit meinen Eltern (die Zeit ist reif) und unterstütze meine drei allerbesten Freunde in ihren jeweiligen persönlichen Angelegenheiten wie Umzug, Firmengründung und Krankheitsbewältigung. Eigentlich viel zu tun, aber doch genau richtig für mich: Ich brauche nämlich stets eine Menge paralleler Themen, um nicht in Gedanken zu versinken und auf der Couch zu versacken.

So stehe ich also an Wendepunkten, gerade sogar ohne eigenes Domizil (Couchsurfing ist auch mit fast 40 noch in), mache mir tagtäglich Gedanken, wo es hingehen soll und was man als Lebensziele definieren sollte (keine Ahnung) und bin doch irgendwie ruhiger als noch vor einigen Wochen. Ich merke, wie sehr mich die ungeklärte Haussituation belastet hat. Sogar der Song dazu ist fertig. Aber ob ich den je veröffentliche? Wer steht schon auf deutschen Rap? 🙂

Keep on rockin´
Ree

Nationalparkgeschichten! (030/222)

10. Juli 2017

USA. Man mag über dieses Land denken, was man will, aber was seine Nationalpark-Affinität angeht, ist es beispiellos positiv. Nicht nur, dass es so viele als Nationalpark gekennzeichnete Bereiche gibt (über 50), nein, es gibt auch eine Vielzahl an Motivationsansätzen um die Menschen auch tatsächlich in die Parks zu locken. So existieren umfangreiche Parkplaner, die einen Besuch mit Informationen anreichern und über die Wanderwege, Tiere, Pflanzen und sonstigen Besonderheiten Auskunft geben. Diese Planer erhält man in Kurzfassung beim Entrichten des überall obligatorischen Eintrittsgeldes oder kann sie in ausführlicher Form in den Visitor Information Centern allerorts bekommen. Wem das noch nicht ausreicht, der hat auch noch die Möglichkeiten, aus diversen Sammelpässen zu wählen, in welche man limitierte Parkbriefmarken einkleben und beim Besuch mit einem tagesaktuellen Stempel des momentanen Parks versehen kann. Echt großartig gemacht.


Die Parks selbst suchen vermutlich ihresgleichen. Im aktuellen 3-Wochen-Trip war mir nur die Kurzbesichtigung von dreien möglich, aber ich möchte auf jeden Fall für Wandertouren und die intensivere Erfahrung nochmal wiederkommen. Hier eine ausführliche Beschreibung der Besuche vorzunehmen, wäre absolut nicht angemessen, da man sie tatsächlich mit eigenen Augen gesehen haben sollte. Doch ist ein Kurzumriss sicherlich möglich.


Angefangen hatte es mit dem Grand Canyon National Park und zurückgelassen hat dieser mich sprachlos. Ja, auf Postkarten, Facebook-Fotos und in Dokumentationen habe ich schon einen Haufen Eindrücke dieser Natursensation gesehen, aber es ist absolut nicht mit dem Live-Erlebnis zu vergleichen. Es ist auch schwer zu beschreiben. Diese schiere Größe, dieser Gigantismus mit dem im Tal dahin fließenden Colorado-River, mit der Tierwelt, die einem begegnet und den Ausblicken, die sich einem bieten: Das ist der Wahnsinn. Ich kann nur jedem, wirklich jedem, empfehlen, diesen Trip zu unternehmen. Es ist aus der Ferne nicht zu begreifen und zudem hervorragend erschlossen. Man kann wandern, raften oder auch mit dem großartigen Shuttle-Netz die diversen Bereiche des Parks besichtigen. Zudem, wie bei allen Parks, berechtigt der Eintrittspreis zu einem 7-tägigen-Besuch, was durchaus zu empfehlen ist. Ich möchte beim nächsten Mal das Tal vom Süden zum Norden durchwandern, um Anrecht auf die entsprechenden Memorabilien zu erhalten.


Der zweite besuchte Park war der Death Valley National Park und das war mal vollkommen anders. Zunächst mal war es unfassbar warm, logischerweise, aber auch die Ausblicke sind höchst spannend. Salzablagerungen allerorten, Warnschilder vor Klapperschlangen, Skorpionen und sonstigem Gewürm tauchen immer wieder an den Aussichtspunkten auf. Der tiefste Punkt Nordamerikas, das Badwater Basin mit über 80 Metern unter dem Meeresspiegel weist eine nahezu wahnwitzige Trockenheit auf und in schöner Regelmäßigkeit brausen die Erlkönige, getarnte Versionen neuer Fahrzeuge der renommierten Hersteller, vor einem auf. Wir konnten unter anderem den neuen SUV von Rolls Royce bewundern, dazu einen BMW aus der X-Reihe und den neuesten Mini Countryman. Auch mal spannend.


Zu guter Letzt zog es uns dann in den berühmten Yosemite-National Park, wobei es eine herausragend gute Entscheidung war, von Mammoth Lakes aus über den Tioga Pass anzureisen. Glückskinder wie wir sind, wurde dieser aufgrund des zuvor stärksten Schneefalls seit Jahrzehnten erst am Tag unserer Ankunft erstmals im Jahr 2017 freigegeben, was uns wahrhaft spektakuläre Ausblicke eröffnet hat. Flüsse, die vor schneebedeckten Bergen rauschend an uns vorbei fließen (es war Ende Juni!), Wild, das sich das frische Quellwasser schmecken ließ und Bergseen, die noch halb gefroren waren, dadurch im Sonnenlicht magisch glitzerten und zudem gefallene Baumstämme eingeschlossen hielten. Das absolute Highlight, einer meiner Herzenswünsche der Reise, erfüllte sich hier tatsächlich auch noch, weshalb mir dieser Abschnitt natürlich ganz besonders in Erinnerung bleibt: Wir haben einen Bären in freier Wildbahn beobachten und ablichten können, wie er ganz friedlich, mit sich und der Welt im Reinen, offenbar äußerst schmackhaftes Gras vertilgte. Er war sich durch das Klicken der Kamera unserer zwischendurch durchaus bewusst, ließ sich davon aber nicht weiter stören. Die Entfernung war groß genug und vielleicht sorgte seine Eitelheit ja auch dafür, das fotografiert werden zu genießen – nein, das ist natürlich menschgemachter Blödsinn.


Aber es war ein Traum und es fiel mir wahnsinnig schwer, mich davon loszureißen. Allerdings festigte es nur noch meinen Entschluss, zurückzukehren und mehr Zeit in den Parks zu verbringen. Das Leben bietet viel, man muss nur den Arsch vom Sofa kriegen und es zu entdecken versuchen. Ob vor der Haustür oder eben auch mal ein paar tausend Kilometer entfernt. In der Regel wird man es nicht bereuen. Ich zehre sicherlich noch eine ganze Weile davon.

Keep on rockin´

Ree