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Musikprojekt Teil 2!

17. September 2017

Gedacht. Es ist ein paar Wochen her, da habe ich euch erstmals konkret von einem sehr emotionalen Song berichtet, der meine Gefühlswelt der letzten 18 Monate ziemlich gut zusammenfasst und für mich damit von besonders hoher Bedeutung ist. Damals sagte ich euch, dass noch die Videoproduktion ansteht und genau diese ist nun finassiert worden. Ergo präsentiere ich euch heute Track Nummer 2 meines Projekts, bin besonders stolz auf das Ergebnis und hoffe, ihr freut euch so wie ich.

Also, habt Spaß damit, teilt es gerne mit der ganzen Welt und keep on rockin‘
Ree

P.S.: Hier noch die Lyrics für euch. Enjoy!

Hab gedacht, endlich rum, eine Last fällt ab
Hab gedacht wenn es weg ist komm ich damit klar
Hab gedacht dass es besser ist weil Liebe starb
Doch jetzt weiß ich sehr genau, man, das ist nicht wahr
Hab gedacht, ein Zuhause, das sind doch nur Steine
Aber wenns so wär, warum sitz ich hier und weine
Hab gedacht, diese Hütte hat keinen Wert ohne dich
Ganz alleine dort zu Hausen wär zu schwer für mich
Hab gedacht die ganze Kohle man, das ist es nicht wert
Aber leider setzt man häufig nicht aufs richtige Pferd
Hab gedacht wenn es verkauft ist ist die Story geschlossen
Denn in Monaten sind viel zu viele Tränen geflossen
Hab gedacht, nun gibt es Neuland, ja nun ziehe ich weiter
Aber freuen kann ich mich nicht, nein, mein Herz wimmert leider
Hab gedacht dass ich nun endlich mal das richtige tue
Doch fühlts sich falsch an und die Seele gibt nicht annähernd Ruhe
Hab gedacht, vor langer Zeit mal, hier drin werde ich alt
Doch dann wurde erst Familie, dann die Räume auch kalt
Hab gedacht hier drin find ich endlich das ewige Glück
Doch gefunden hab ich gar nichts, nur der Schmerz ist zurück
Hab gedacht er vergeht, ist das Haus erst verkauft
Doch mir scheint das war falsch, denn er hört nicht mehr auf
Hab gedacht, man wird frei, lässt man los den Ballast
Doch im Innern bleibt er hängen, darum reicht es nur fast

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

Hab gedacht sei extrem, ändere völlig Dein Leben
Hab gedacht irgendwie muss ich nach anderem streben
Hab gedacht ohne Ballast geht es leichtfüßig weiter
Doch nun tret ich auf der Stelle rum und quäle mich leider
Hab gedacht, ganz alleine tut mir niemand mehr weh
Doch alleine merk ich manchmal dass mir irgendwas fehlt
Hab gedacht, ohne Regeln kann ich tun was ich will
Um zu merken, ohne Regeln wird erst gar nicht gespielt
Hab gedacht, dieses Leben man, es lacht Dich nur aus
Also musste ich aus dieser ganzen Scheiße mal raus
Hab gedacht, wenn ich fliehe, ja dann gibt’s endlich Ruhe
Doch Probleme folgen einem notfalls bis in die Truhe
Hab gedacht, dass ich mich dann auf Zuhaus konzentrier
Denn nur Eltern stehen immer wie ein Fels hinter mir
Hab gedacht, das wird reichen für ein paar Jahre Glück
Doch es hilft nichts ich will auch voran und nicht nur zurück
Hab gedacht, nun mal Achtsam sein, trainieren, meditieren
Hab gedacht, so kann man sich in Gedanken verlieren
Hab gedacht dass dies der Seele etwas richtiges gibt
Und muss feststellen dieser Weg ist in der Tat ein Antrieb
Hab gedacht es geht nur weiter wenn ich alles zerstöre
Und vergessen dass ich damit auch manch gutes verlöre
Und nun denke ich tagtäglich wie das alles begann
Nehm den Schmerz bei der Hand und fang mit ihm neu an

Refrain
So denkst Du zu viel und verlierst Deine Zeit
So verdenkst Du Dein Leben, bist für gar nichts bereit
So verschenkst Du ne Zukunft, wie auch immer sie wär
So beschränkst Du den Weg und bist zu Dir nicht mehr fair
Also wach endlich auf, sei kein trauriger Clown
Es gibt viel zu entdecken, kannst was neues aufbauen
Selbst wenn das Schicksal wieder Deine Wände einreißt
Schreite vorwärts und zeig allen dass Du aufs Schicksal scheißt

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Musikprojekt Teil 1!

5. September 2017

Weltenbunt. Manche machen Kunst, andere schreiben Texte und wieder andere müssen das Geschriebene von Zeit zu Zeit zudem verbunden mit Musik ausdrücken. Zu letzterer Gattung gehöre auch ich und da ich mein musikalisches Herz zudem bereits sehr früh an Black Music verlor, bietet es sich an, nach Jahren im stillen Kämmerlein auch mal den ein oder anderen Song mit euch zu teilen.

So gibt es nun als Auftakt einer kleinen Reihe einen der ersten Songs aus dem geplanten Album. Er liegt mir sehr am Herzen, greift er doch sehr wichtige Themen der letzten Jahre auf. Das Video dazu ist zwar nicht wirklich professionell, doch für die heutige Zeit unabdingbar 🙂

Ich freue mich über euer Feedback, ein wenig Unterstützung und bei Gefallen kräftiges teilen. Vielleicht mag ein Studio es ja professionalisieren und auf den Markt bringen 😉

In diesem Sinne, danke euch und keep on rockin´
Ree

PS: Der vor einigen Wochen schon mal angekündigte emotionsgeladene Song („Gedacht“) ist ebenfalls fertig, hier soll das Video aber aussagekräftiger werden und befindet sich daher noch im Dreh. Folgt aber unmittelbar nach Fertigstellung.

PPS: Hier noch der Weltenbunt-Songtext, nur für den Fall 🙂

Reeorchs: Weltenbunt

Geh doch mal mit offenen Augen
Durch die Straßen von zu Hause
Streif durch Wälder, Wiesen, Felder
Steig ins Flugzeug, find Dich selber
Lerne andere Menschen kennen
Wie sie Leben, was sie denken
Betrachte Tiere mal mit Liebe
Schon merkst Du, beknackt sind Kriege
Auf der Welt ist Platz genug
Wer anderes sagt verheißt Betrug
Und auch vom Geld ist nicht zu wenig
Nur ist die Verteilung dämlich
Können Wenige alles haben
Schürt das Neid, Hass, Kopfversagen
Zeig dem armen Mann das Fischen
Nicht wie wir die Welt vernichten

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Mächtig ist das Tier im Wald
Das mit für unseren Unsinn zahlt
Der Mensch ist Raubtier ohne Grenzen
Lädt nur ein zu Totentänzen
Forstet auf für den Profit
Bis es von allem nichts mehr gibt
Und Zieht dann weiter, startet neu
So ists bald mit der Welt vorbei
Öffnet eure Herzen nun
Denn es gibt noch so viel zu tun
Wollen wir alle glücklich leben
Müssen wir lernen abzugeben
Wissen teilen und auch Geld
Hey! Es geht um unsere Welt
Sie darf nicht in Flammen stehen
Ist von den Kindern doch nur geliehen

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Terror ist der neue Krieg
Sagt Gott schickt euch auf diesen Weg
Blind seid ihr, total zerrüttet
Köpfe mit Dreck zugeschüttet
Habt Respekt vor nichts und niemand
Rächt euch nur an irgendjemand
Und der Westen hilft dabei
Reagiert mit Waffen und Geschrei
Checkt die Lage einfach nicht
Der Krieg zeigt hier sein Angesicht
Jahrzehntelange Invasionen
Erschufen Terorismuszonen
Doch zerstört man die nur schwer
Für Frieden muss Perspektive her
Noch mehr Bomben bringens nicht
Die Welt gehört ins Gleichgewicht

Schau, diese Welt ist bunt angemalt
Jeder einzelne wird von ihr angestrahlt
Warum nur sind so viele Leute so verstrahlt
Lieber drum zu streiten mit brutaler Gewalt
Genießt doch das Leben so kurz wie es ist
Ermöglicht allen hier ein Lächeln im Gesicht
Seid nicht nur auf euren kleinen Vorteil erpicht
Jedes Lebewesen hat auf dieser Erde sein Gewicht

Alles auf Null!

11. August 2017

Wendepunkte. Wann hat man als gesetzter Erwachsener schon mal die Gelegenheit, wirklich alles mehr oder minder ohne Risiko auf den Kopf zu stellen und sich quasi wieder in einem Zustand wie nach der Schule zu befinden? Vermeintlich sogar mit besseren Voraussetzungen, da ein gewisser finanzieller Background und ein größerer Erfahrungsschatz vorhanden sind. Gut, Nachteile gibt es auch, nämlich die negativen Eindrücke vieler Jahre, die zu Zurückhaltung, Vorsicht und übergroßer Achtsamkeit führen, aber letztendlich liegt in der Neuerfindung rund um das 40. Lebensjahr durchaus ein gewisser Charme.

Nicht dass ich irgendwem die Erfahrungen der letzten zwei Jahre wünschen würde, regelmäßige Blogleser wissen ja von meinen Schmerzen, aber dennoch folgt aus manch Schlechtem natürlich auch das ein oder andere Gute. So habe ich mich durch die erfolgte Trennung meiner Ex-Frau von mir bekanntermaßen zum Ausstieg bei meinem geliebten langjährigen Arbeitgeber entschieden, was mir adäquat vergütet wurde und für einen jahrelang nicht gekannten (und manchmal gar belastenden) beruflichen Freiraum gesorgt hat. Zu meinem Bedauern wurde mir aber ja das gemeinsame Haus aufgedrückt und somit eine massive Belastung auferlegt – finanziell und emotional.

Also standen plötzlich einige Monate unter dem Druck, dieses Haus zu veräußern, da es zu meiner neuen Lebenssituation einfach nicht mehr gepasst hat – Traumhaus hin oder her. Nach unzähligen Besichtigungen, einigem hin und her, sowie viel Papierkram, war es zum 01. August dann tatsächlich soweit: Verbunden mit gewissen finanziellen Verlusten konnte ich das Objekt einer wunderbaren Familie übergeben, die hoffentlich dort jene Träume leben können, die mir vor Ort letztendlich verwehrt geblieben sind. Und so rollte ein weiterer Stein von meinem Weg und eröffnete den Blick auf eine flexiblere Zukunft.

btyHeute startete dann zudem das Job-Consulting, welches als Teil des Abschieds von meinem Arbeitgeber vereinbart war und mir Unterstützung bei der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung bieten soll. Die ersten drei Stunden waren vielversprechend, anstrengend und sogar mit Hausaufgaben verbunden. Wir haben mein Profil geschärft, meine Schwerpunkte herausgefiltert und meine Lieblingseinsatzgebiete extrahiert. Ich hätte diese Effizienz nicht erwartet und war daher positiv überrascht. Über Einsatzorte oder konkrete Stellenangebote haben wir zwar noch nicht gesprochen, da der Fokus aber auf einem Neustart in 2018 liegt, ist es noch nicht dramatisch.

Parallel bringe ich meine weiteren Projekte voran, wie die http://www.urlaubslust24.de, meine eigene Consulting-Firma (aktuell schwerpunktmäßig im Sportbusiness-Bereich), ein Facebook-Projekt und mein Journalismus-Studium. Zudem konzentriere ich mich auf mein Sport-Programm, plane einen Urlaubstrip mit meinen Eltern (die Zeit ist reif) und unterstütze meine drei allerbesten Freunde in ihren jeweiligen persönlichen Angelegenheiten wie Umzug, Firmengründung und Krankheitsbewältigung. Eigentlich viel zu tun, aber doch genau richtig für mich: Ich brauche nämlich stets eine Menge paralleler Themen, um nicht in Gedanken zu versinken und auf der Couch zu versacken.

So stehe ich also an Wendepunkten, gerade sogar ohne eigenes Domizil (Couchsurfing ist auch mit fast 40 noch in), mache mir tagtäglich Gedanken, wo es hingehen soll und was man als Lebensziele definieren sollte (keine Ahnung) und bin doch irgendwie ruhiger als noch vor einigen Wochen. Ich merke, wie sehr mich die ungeklärte Haussituation belastet hat. Sogar der Song dazu ist fertig. Aber ob ich den je veröffentliche? Wer steht schon auf deutschen Rap? 🙂

Keep on rockin´
Ree

Nationalparkgeschichten! (030/222)

10. Juli 2017

USA. Man mag über dieses Land denken, was man will, aber was seine Nationalpark-Affinität angeht, ist es beispiellos positiv. Nicht nur, dass es so viele als Nationalpark gekennzeichnete Bereiche gibt (über 50), nein, es gibt auch eine Vielzahl an Motivationsansätzen um die Menschen auch tatsächlich in die Parks zu locken. So existieren umfangreiche Parkplaner, die einen Besuch mit Informationen anreichern und über die Wanderwege, Tiere, Pflanzen und sonstigen Besonderheiten Auskunft geben. Diese Planer erhält man in Kurzfassung beim Entrichten des überall obligatorischen Eintrittsgeldes oder kann sie in ausführlicher Form in den Visitor Information Centern allerorts bekommen. Wem das noch nicht ausreicht, der hat auch noch die Möglichkeiten, aus diversen Sammelpässen zu wählen, in welche man limitierte Parkbriefmarken einkleben und beim Besuch mit einem tagesaktuellen Stempel des momentanen Parks versehen kann. Echt großartig gemacht.


Die Parks selbst suchen vermutlich ihresgleichen. Im aktuellen 3-Wochen-Trip war mir nur die Kurzbesichtigung von dreien möglich, aber ich möchte auf jeden Fall für Wandertouren und die intensivere Erfahrung nochmal wiederkommen. Hier eine ausführliche Beschreibung der Besuche vorzunehmen, wäre absolut nicht angemessen, da man sie tatsächlich mit eigenen Augen gesehen haben sollte. Doch ist ein Kurzumriss sicherlich möglich.


Angefangen hatte es mit dem Grand Canyon National Park und zurückgelassen hat dieser mich sprachlos. Ja, auf Postkarten, Facebook-Fotos und in Dokumentationen habe ich schon einen Haufen Eindrücke dieser Natursensation gesehen, aber es ist absolut nicht mit dem Live-Erlebnis zu vergleichen. Es ist auch schwer zu beschreiben. Diese schiere Größe, dieser Gigantismus mit dem im Tal dahin fließenden Colorado-River, mit der Tierwelt, die einem begegnet und den Ausblicken, die sich einem bieten: Das ist der Wahnsinn. Ich kann nur jedem, wirklich jedem, empfehlen, diesen Trip zu unternehmen. Es ist aus der Ferne nicht zu begreifen und zudem hervorragend erschlossen. Man kann wandern, raften oder auch mit dem großartigen Shuttle-Netz die diversen Bereiche des Parks besichtigen. Zudem, wie bei allen Parks, berechtigt der Eintrittspreis zu einem 7-tägigen-Besuch, was durchaus zu empfehlen ist. Ich möchte beim nächsten Mal das Tal vom Süden zum Norden durchwandern, um Anrecht auf die entsprechenden Memorabilien zu erhalten.


Der zweite besuchte Park war der Death Valley National Park und das war mal vollkommen anders. Zunächst mal war es unfassbar warm, logischerweise, aber auch die Ausblicke sind höchst spannend. Salzablagerungen allerorten, Warnschilder vor Klapperschlangen, Skorpionen und sonstigem Gewürm tauchen immer wieder an den Aussichtspunkten auf. Der tiefste Punkt Nordamerikas, das Badwater Basin mit über 80 Metern unter dem Meeresspiegel weist eine nahezu wahnwitzige Trockenheit auf und in schöner Regelmäßigkeit brausen die Erlkönige, getarnte Versionen neuer Fahrzeuge der renommierten Hersteller, vor einem auf. Wir konnten unter anderem den neuen SUV von Rolls Royce bewundern, dazu einen BMW aus der X-Reihe und den neuesten Mini Countryman. Auch mal spannend.


Zu guter Letzt zog es uns dann in den berühmten Yosemite-National Park, wobei es eine herausragend gute Entscheidung war, von Mammoth Lakes aus über den Tioga Pass anzureisen. Glückskinder wie wir sind, wurde dieser aufgrund des zuvor stärksten Schneefalls seit Jahrzehnten erst am Tag unserer Ankunft erstmals im Jahr 2017 freigegeben, was uns wahrhaft spektakuläre Ausblicke eröffnet hat. Flüsse, die vor schneebedeckten Bergen rauschend an uns vorbei fließen (es war Ende Juni!), Wild, das sich das frische Quellwasser schmecken ließ und Bergseen, die noch halb gefroren waren, dadurch im Sonnenlicht magisch glitzerten und zudem gefallene Baumstämme eingeschlossen hielten. Das absolute Highlight, einer meiner Herzenswünsche der Reise, erfüllte sich hier tatsächlich auch noch, weshalb mir dieser Abschnitt natürlich ganz besonders in Erinnerung bleibt: Wir haben einen Bären in freier Wildbahn beobachten und ablichten können, wie er ganz friedlich, mit sich und der Welt im Reinen, offenbar äußerst schmackhaftes Gras vertilgte. Er war sich durch das Klicken der Kamera unserer zwischendurch durchaus bewusst, ließ sich davon aber nicht weiter stören. Die Entfernung war groß genug und vielleicht sorgte seine Eitelheit ja auch dafür, das fotografiert werden zu genießen – nein, das ist natürlich menschgemachter Blödsinn.


Aber es war ein Traum und es fiel mir wahnsinnig schwer, mich davon loszureißen. Allerdings festigte es nur noch meinen Entschluss, zurückzukehren und mehr Zeit in den Parks zu verbringen. Das Leben bietet viel, man muss nur den Arsch vom Sofa kriegen und es zu entdecken versuchen. Ob vor der Haustür oder eben auch mal ein paar tausend Kilometer entfernt. In der Regel wird man es nicht bereuen. Ich zehre sicherlich noch eine ganze Weile davon.

Keep on rockin´

Ree

Tage voller Eindrücke – the heat is on! (029/222)

28. Juni 2017

Wüste. Unfassbar weites Land, gnadenlos im Minutentakt ansteigende Temperaturen und eine nicht gekannte körperliche Anstrengung, sobald man nur das klimatisierte Auto verlässt. Die vergangenen vier Tage bargen in vielerlei Hinsicht Grenzerfahrungen, die zwar Spaß gebracht, aber eben auch viel Energie gekostet haben. Schon die Anreise nach Las Vegas, von Los Angeles aus, glich einem Kraftakt. Im Outlet von Barstow gestoppt dachten wir, dass es mit der Hitze schon machbar wäre – auch wenn das Thermometer auf den knapp zwei Stunden Fahrt von 29 auf 46 Grad geklettert ist.


Leute, 46 Grad bei ins Gesicht wehendem, knallheißen Wüstenwind, ist kein Spaß mehr. Die Suche nach der dringend benötigten Toilette glich einem Marathonlauf und der ständige Wechsel zwischen diesen hohen Temperaturen und manisch heruntergekühlten Verkaufsräumen war ein weiterer Angriff auf das Immunsystem. Aber so schnell lassen wir uns natürlich nicht unterkriegen, haben tapfer weiter eingekauft und schlussendlich den Weg fortgesetzt. Immerhin wurde die Glitzerwelt von Las Vegas mit Spannung erwartet.


Diese Stadt hat uns dann völlig vom Hocker gehauen. So eine spektakuläre, künstliche, aber nicht minder faszinierende Umgebung haben wir auf der Welt bislang nicht sehen dürfen. Vermutlich gibt es sowas auch einfach nicht nochmal. Wer schon mal da war, weiß wohl, wovon ich rede. Wem dies bislang nicht vergönnt war, der sollte es mal nachholen. Es ist absolut sehenswert, wenn man sich vergewissert, dass vermeintlich nichts an dieser City echt ist. Überall buhlt man um das Geld der Besucher, ob durch Ausflüge, Shows, Casinos oder Speisen.  Aber das ist weder verwerf-, noch verwunderlich, kommt doch niemand der schönen Gegend wegen hierhin. Wie gesagt, mitten in der Wüste, Folks. Da ist nix, gar nix, drumrum.


Das braucht es aber auch nicht, die vielen Glamourwelten von Bellagio, Venice, New York New York, MGM und wasweißichnochalles reichen aus, um hier einige Wochen Abwechslung zu erhalten. Und selbst unser in Würde ergrautes Circus Circus-Ressort hat uns mit seinem Indoor-Freizeitpark, über 4000 Zimmern, integrierten Shops, Casino und permanenter Live-Zirkusshow schon sprachlos zurück gelassen. Und die vielen Heiratskapellen belegen, dass es eben keine Single-Stadt ist, sondern selbst die anzüglicheren Shows eindeutig auf beide Geschlechter abgestimmt sind. Interessant und ebenso bemerkenswert.


So nehmen wir aus dieser Stadt, die es eigentlich nicht geben dürfte, eine Menge Erinnerungen und Erlebnisse mit. Spannend war auch ein Besuch auf dem ursprünglichen Zentrumspfad. In Downtown-Vegas, wo so alte Schätzchen wir das Golden Nugget und Fremont den alten Zeiten nachtrauern und in erster Linie Gäste zu beherbergen scheinen, die schon vor 50 Jahren dort waren. Dennoch hatte es wirklich Stil, die Glühbirnen der Fassagen betrachten und durch alte Zeiten schreiten zu können. Zu dem noch faszinierenden Ausflug in den Grand Canyon schreibe ich dann noch gesondert. Vegas alleine ist schon einen Blogeintrag wert. In diesem Sinne, auf nach „Fabulous Las Vegas“.

Keep on rockin´

Ree

Der Engels Städte (028/222)

23. Juni 2017

Los Angeles. Die Engel. Mit dem Boom der Filmindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl innerhalb eines Jahres vervierfacht und irgendwie hat sich die Stadt davon bis heute nicht richtig erholt. Eine Smogglocke hängt trotz aller Umweltmaßnahmen weiterhin über dem Tal und es wird gesagt, man liebt oder hasst die Stadt. Aber aus nun eigener Erfahrung kann ich das so nicht bestätigen. Zumal sie eigentlich keine einzelne Stadt ist, sondern einfach ein Zusammenschluss höchst unterschiedlicher Städtchen. Egal, ob Beverly Hills (wo wir von der Security aus einer Residential-Area hinaus begleitet wurden), Venice & Santa Monica (wo Sport, Coolness und Flair die Stadt beherrschen), Hollywood (wo der Wahnsinn & das Chaos regieren) oder auch die verrufeneren Viertel wie Compton (das man als Rap-Fan nur schweren Herzens umfährt) – das Bild wechselt permanent, in Bezug auf Architektur, Menschenschlag und auch Sauberkeit der Straßen. Und auch das Navi führt einen nicht immer nach LA, sondern besteht auf die Eingabe der Unterorte – wie Culver City, unseren Wohnort mit der blauen Tür.

So gibt es zwar viel zu erkunden, aber irgendwie ziemlich wenig zu sehen – klingt blöd, ich weiß, also genauer: Ziemlich wenig, was einem wirklich im Gedächtnis bleibt. Als Sportler war der Muscle Beach in Venice für mich beispielsweise ein wichtiges Ziel. Ernüchternd blieb ich zurück, da alles verrottet und der Abschnitt vielleicht 200 Meter lang ist. Außerdem kostet der Parcours 10$ Eintritt, so blieb ich Zuschauer und habe es nun wenigstens mal gesehen. Santa Monica Beach, mit dem berühmten Pier, der das Ende der Route 66 markiert, habe ich nur als übervoll wahrgenommen – dagegen ist Köln in der Weihnachtszeit wie ausgestorben. Ob es am Freizeitpark oder den wirklich großartigen Stränden liegt, vermag ich nicht zu sagen. Die zugehörige City war hingegen ausgesprochen attraktiv (mit einem T-Mobile- und Apple-Flagshipstore), so dass man auf der Suche nach Penny und Bernadette auch gerne etwas länger in der Cheesecake Factory eingekehrt ist (ein Stück Käsekuchen hat 1500 Kalorien !!!).


Der Hollywood Boulevard ist dann ein einziger Zirkus von Selbstdarstellern in coolen Autos oder Fantasy-Bekleidung, unachtsam über die Sterne stapfenden Touristen, die vor sich hin schwitzen, und beeindruckenden Gebäuden, die aber durch das Gedränge zu Unrecht in den Hintergrund rücken. Das Dolby- und Chinese Theatre sind beispielsweise mit der angegliederten Mall wirklich sehenswert und der Blick von oben auf die LA-„Skyline“ (ein paar Türmchen) ist sehr schick. Außerdem sieht man von hier den „Hollywood“-Schriftzug wirklich erstklassig. Eine Menschenansammlung gibt es übrigens nur bei einem Stern auf dem gesamten Walk of Fame, der in erster Linie negative Kommentare von Leuten aus der ganzen Welt hervorruft: Mr. Trump hat wohl für seine TV-Auftritte irgendwann mal einen Pflasterstein erhalten – er wäre besser in diesem Metier geblieben…


Witzige Anekdote: Beide Busfahrer der von uns absolvierten Hop on/ off-Tour wollten kein Geld haben, so dass wir ein paar Stunden gratis durch die Stadt gegondelt sind. Sehr cool, immerhin 110$ Ersparnis. So konnten wir ohne schlechtes Gewissen zum gleichen Preis noch die Paramount-Studiotour dranhängen, die in der Tat sehenswert ist. Sehr individuell, nur vier Besucher mit persönlichem Guide in einem Golfcart, wurden wir durch die Gassen gefahren (5 Bezirke New Yorks auf kleinster Fläche), haben das Studio von Dr. Phil besucht (der US-Psycho-Talkstar), Illusionen genommen bekommen (von wegen, Tom Cruise schaut in Top Gun auf das Meer oder King Kong ist groß…) und einige Requisiten besichtigen können. Auch wenn wir keinem Star persönlich begegnet sind (der Parkplatz von Michael Bay war leer und Samuel L. Jackson gerade in der Lesestunde), hat sich dieser Ausflug wirklich gelohnt.


So verlassen wir die vielen Städte der Engel nach drei Tagen mit einem guten Gefühl. Viel gesehen, wenig verpasst (ok, das Dodger Stadium – aber vielleicht gibt es am Ende in Oakland nochmal Baseball live) und auch im Stadtverkehr prima zurecht gefunden. Vielleicht kommt man sogar nochmal zurück, irgendwann. Denn obwohl sie eigentlich nichts wirklich fesselndes hat, hat sie doch irgendwie ihren Reiz. So seltsam sich das anfühlt.

Keep on rockin´

Ree  


 

Freaky Styles around Venice! (027/222)

21. Juni 2017

Abgehalftert. Gestrandet und irgendwie hängen geblieben, so dass man nicht mehr weg kommt und für alle Zeiten hier festsitzt. Ich glaube, genau so geht es einer Menge Menschen am so legendären Muscle Beach in Venice, Kalifornien. Gespannt wollte ich die berühmten Live-Fitness-Selbstdarsteller besuchen, doch aufgefallen sind mir in erster Linie die unzähligen Strandhändler, die selbst gemachte Dinge verkaufen und nach Sonnenuntergang hinter ihrem Stand unter Lumpen die Nacht verbringen. Sie gesellen sich dann zu den vielen anderen Homeless-People, die an jeder Ecke um Almosen bitten oder einfach vor sich hin vegetieren. Ein trauriges Bild, zeigt es doch, dass die USA alles andere als ein flächendeckend soziales Land sind; dagegen geht es uns in Deutschland tatsächlich blendend, möchte ich meinen.

Natürlich gibt es auch die viel gepriesene Coolness hier. Jede Menge muskelbepackte Leute, Skater, Biker, Jogger, immer wieder auch Surfer, dazu wird Boule, Volleyball und Rugby gespielt. „Echte“ Straßenhändler bieten Shirts, Drinks und Rauchwaren feil und ein süßlich-grüner Geruch weht einem konstant um die Nase. Touristen flanieren, Kinder bevölkern die Spielplätze und der Strand ist sehr breit, unfassbar lang und sieht erstklassig aus. Die Promenade bis Santa Monica ist fantastisch ausgebaut und mit Verlassen des Bezirks Venice nimmt auch abrupt die oben erwähnte Armut ab. Es geht in Richtung Freizeitpark, mit Riesenrad und Achterbahn direkt am Meer, und aus Coolness wird Geselligkeit und Spaß.

Zwei Seiten einer Metropole, auf engstem Raum, die zeigen, welch unterschiedliche Lebensentwürfe existieren und wie schnell sich so ein Entwurf in die vermeintlich falsche Richtung entwickeln kann. Denn, um mal mit einem Vorurteil aufzuräumen: Niemand dort hatte (zumindest bei diesem Besuch) Böses im Sinn, selbst nicht repräsentativ aussehende Menschen waren freundlich oder zumindest distanziert. Keine Agressivität, keine unangenehmen Situationen. Auch das hat mich über positiv. Venice war eine seltsame Erfahrung. Sehr schräg, aber irgendwie doch auch cool. Ich bin irritiert.
Keep on rockin´

Ree