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Das Leben ist ein Marathon! (155/366)

13. Juni 2016

Dauerlauf. Monotone Bewegungsabläufe, um sukzessive voranzukommen, mal schneller, mal weniger schnell. Wettkämpfer streben einer bestimmten Zeit entgegen, Genussläufer wollen einfach nur den Lauf genießen und die Unsteten wechseln immer mal wieder die Distanz, um Abwechslung in den Alltag zu bringen. Gar nicht so anders als der sonstige Part des Lebens, das Leben an sich.

Für die meisten von uns geht es doch jeden Tag irgendwie identisch den Vortagen weiter, die Abläufe sind automatisiert und die Aufgaben unterscheiden sich in der Regel nur um Nuancen von denen anderer Tage. Klar, mal sind Lust und Laune besser und man ist ausgeschlafener, motivierter als an anderen Tagen. Dann geht manches leichter von der Hand und fühlt sich besser an. Aber die Routine bleibt bestehen. So zieht das Leben an einem vorbei, von Wochenende zu Wochenende, Urlaub zu Urlaub, Jahr zu Jahr.

Lebt man in einer glücklichen Beziehung, hat Kinder gar, dann ist zumindest die Frage der Sinnhaftigkeit weitestgehend geklärt. Man kann Verantwortung übernehmen und die Routine des täglichen Daseins, der beruflichen Einspannung, ergibt Sinn. Außerdem bringen Kinder eine Abwechslung ins Leben, die zwar meine Freunde auch oft verzweifeln lässt, in Summe aber zu häufigen Perspektivwechseln und Lebenslust zu führen scheint.

Ist man hingegen alleine, noch dazu so brachial aus einer Partnerschaft gerissen worden, dass einem der nachhaltige Glaube an alles Gute in einer solchen Beziehung abhanden gekommen ist, dann gilt es wohl, eine gewisse Zeit der Monotonie überwinden zu müssen. Einfach zu funktionieren, terminologisch weiterzulaufen, um vielleicht irgendwann wieder einen interessanteren Abschnitt zu erreichen.

Doch vielleicht muss man auch mal ausbrechen. Nach links und rechts schauen, eine Abkürzung wählen oder eine Nebenstrecke probieren. Mal querfeldein laufen, ohne zu wissen, wo der Weg hinführt. Da kommt das Risiko ins Spiel, die innere Stimme, stets zur Vorsicht mahnend und den sicheren Pfad vorschlagend. Doch wann sollte man sie überstimmen wenn nicht jetzt, wo sowieso alles zerbrochen ist, man bis zu den Knien in Scherben steht und die momentane Position nur noch schmerzt? Wann sonst ein Risiko eingehen? 

Vielleicht reicht es nicht mehr, das Drumherum einfach zu ertragen, weil man es gewohnt ist, den Job gut beherrscht und einige Freunde in der Nähe sind. Vielleicht muss man in die Welt, die ja groß genug ist, um jeden Tag etwas Neues zu sehen. Vielleicht muss man auch einfach nach Hause, weil einen die Stadt die man lieb gewonnen hat doch nur abstoßen möchte? Der Marathonläufer der Antike ist am Ziel zusammengebrochen, gestorben am Ende seiner Sehnsüchte. Er hatte seinen Auftrag erfüllt, ob er glücklich starb? Vermutlich einfach nur erschöpft. Aber vollkommen. Das ist doch was.

Keep on rockin‘

Ree

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