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Von der Freundschaft! (012/222)

4. Juni 2017

Einsamkeit. In Maßen genossen, kann sie durchaus als Mittel zur Ideenfindung und Steigerung der Kreativität dienen, doch als Überdosis birgt sie in der Regel die Gefahr zunehmender Verzweiflung, Sinnentleerung und fruchtloser Vegetation durch das eigene, unerfüllte Dasein. Sicherlich kann man sich Abwechslung suchen, über Internetforen, TV-Berieselung oder fesselnde Bücher. Auch eine Flucht in Alkohol, Drogen oder übermäßiges Essen sind möglich. Und für manche wird durch das permanente Alleinsein gar Sport zur Sucht, die Hantel zum Kameraden und der eigene Körper zum engsten Vertrauten.

Nichts davon führt aber zu der wahren Befriedigung, die der Austausch mit liebgewonnenen Menschen birgt, die eigene Interessen teilen, Hirngespinste auszuarbeiten helfen und im Notfall auch Flausen aus dem Kopf vertreiben. Mit denen die berühmten Pferde gestohlen werden können und die auch in wahrhaft schweren Zeiten ohne blöde Fragen zu einem stehen. Die Menschen eben, bei denen auch Geld die Freundschaft nicht verderben kann – denn bei echten, seelenverwandten Konstellationen spielen Besitztümer keine, wirklich überhaupt keine, Rolle. Nicht mal untergeordnet. Deshalb hat man auch so wenige echte Freunde, deshalb tritt oftmals die Mär vom „wahre Freunde erkennt man erst in harten Zeiten“ auf. Aber die Freundschaften, die in diese Kategorie fallen, sind ein wesentlicher Sinn des Lebens.

Sie führen zu gegenseitiger Befruchtung, neuen Ideen,weltverändernden Erkenntnissen und der idealen persönlichen Entwicklung. Sie sind es nicht, die in die Radikalität und Ausgrenzung führen, Agressionen gegen Schwächere entwickeln und bösen Worten schlimmere Taten folgen lassen. Das sind keine Freundschaften, das sind selbsterfüllende Zweckgemeinschaften, um das eigene unterentwickelte Ego durch Machtspiele aufzubauen – egal, ob Dritte darunter zu leiden haben. Diese Art von Kooperationen sind verdorben und sinnlos, aber das werden die in ihnen gefangenen Menschen leider nicht erkennen – viel zu beeinflussbar und machtbesessen sind sie dafür.

Daher zurück zur guten, zur fruchtbaren Variante. Wer einen wahren Freund gefunden hat, kann sich wirklich glücklich schätzen. Dazu gehört aber ein Geben und Nehmen, denn so etwas will gepflegt werden. Auch, wenn oft zu hören ist, dass man sich ja jederzeit anrufen könnte und es dann ist, als sei es gestern erst gewesen, hat diese Freundschaft sicherlich eine tiefgreifende Vorgeschichte. Sonst gäbe es diese beidseitige Gefühlsebene nämlich nicht. Und selbst bei diesen Freundschaften fehlt natürlich das Alltägliche, was immer weiter wachsendes Vertrauen entstehen und Leben gemeinsam entwickeln lässt. Die wenigen Freunde, die ich momentan mehr oder minder regelmäßig sehe oder spreche, vier an der Zahl, geben mir mehr, als ich aktuell in Worte zu fassen in der Lage bin. Neben meinen Eltern, die natürlich außer Konkurrenz stehen, sind es diese Menschen, die mir den täglichen Grund zum Aufstehen liefern.

Ich ziehe mich gerne zurück, bin in meinem Schneckenhaus oder verkrieche mich ins Ausland. Doch wenn sie rufen, wenn die Zeit es zulässt, absolut regelmäßig, gibt es gemeinsame Unternehmungen und tiefgreifende Zukunftsplanungen. Egal, was mit dem Haus, dem Job, dem Leben an sich passieren wird, ich bin überzeugt, sie werden da sein, so wie ich mich bemühe, immer für sie da zu sein. Das gibt ein gutes, ein zuversichtliches Gefühl und holt mich in den zuletzt gehäuft frustrierenden Momenten auf den Boden zurück, zeigt den Weg zum Licht und spendet Trost. Und das ist mehr, als ich mich je zu wünschen gewagt habe. Danke dafür.

Keep on rockin´

Ree

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