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Von der Reise! (021/222)

14. Juni 2017

Magie. Dieses Wort, für so vieles einsetzbar, habe ich schon oft von Freunden und Bekannten gehört, wenn es um das Reisen geht. Eine Reise weitet die Sinne, öffnet die Augen und ermöglicht neue Perspektiven. Auf das eigene Leben, auf andere Kulturen oder einfach nur auf den neuen Tag. Es scheint so etwas wie das letzte große Abenteuer, die letzte Überraschung in einem ansonsten recht eintönigen Leben zu sein. Und die Auswahl ist groß, es gibt auf dieser Welt so viel zu entdecken, unzählige Orte und Sehenswürdigkeiten, dass es unmöglich für ein Leben allein reichen kann.

Ich bin dennoch ein wenig zwiegespalten, denn ich reise zwar relativ viel, aber diese sagenumwobene Magie stellt sich bei mir nicht wirklich ein. Nach einer gewissen Anzahl an Reisen, ob in Europa oder anderswo, hat man alles schon mal irgendwo gesehen, ist jedes Land nur eine Fortsetzung des letzten, jeder Berg nur eine Kopie des vorherigen und einem jedes Meer bereits in ähnlicher Form irgendwo anders begegnet. Das mag traurig klingen, denn es nimmt von einem den inneren Drang des Abenteuers, der Reise, des Strebens nach Neuem. Es erleichtert aber auch ein wenig, denn es befreit auch vom Zwang des Reisen-müssens, der „immer weitere Stecknadeln in eine Weltkarte stecken“-Manie und befreit einen überdies von der Sorge, ständig irgendetwas zu verpassen oder gar insgesamt unvollendet zu sein.

Natürlich habe ich bis jetzt nahezu überall eine schöne Zeit verlebt und mir grundsätzlich immer vorstellen können, an den jeweiligen Ort irgendwann nochmal zurückkehren zu können. Das war in Thailand so, in Indonesien, selbstverständlich auch auf meinen diversen Europa-Trips und erst recht in Laos. Aktuell, auf dem Weg in mein Jugendtraumziel USA, beim Überfliegen von Grönland, habe ich ebenfalls das Gefühl, dass diese Reise Sinn macht. Die Schollen aus 10.000 Metern Höhe zu betrachten, ist schon ein wahnsinniges Gefühl und die Aussicht, endlich mal einen Fuß auf amerikanischen Boden setzen zu dürfen, erfreut mich trotz der etwas obskuren politischen Situation durchaus. Und dennoch ruhe ich in dem Sinne in mir dass ich weiß, dass dieser Urlaub die hohen Erwartungen aus 25 Jahren kaum wird erfüllen können und es vermutlich ein Ausflug wie jeder andere sein wird – nur eben mit 15 Stunden Flugzeit. Er wird sicherlich tolle Eindrücke bieten, interessante Städte und Naturschauspiele bergen, aber dass er magisch wird, bezweifle ich dennoch.

Nur stört mich das eben nicht. Es bringt eine neue Lockerheit mit sich, die die ewige Rastlosigkeit des „ständig alles neu entdecken müssens“ gegen ein „schauen wir mal, was der Tag so bringt“ ersetzt und mir mehr Freude bereitet. Das ist wirklich interessant und so völlig anders als sonst, dass es mir manchmal sogar schwer fällt, mich wirklich darauf einzulassen. Mir selbst zu glauben, dass ich es ruhiger angehen lassen mag. Wahrscheinlich werde ich einfach nur alt. Vielleicht belehrt mich aber Kalifornien auch eines besseren, lässt mich wieder rastlos umherstreifen und frustriert zurück, wenn ich mal nicht alles gesehen habe. Aber eigentlich glaube ich das nicht. Ich bin mir sicher, es wird schön. Far away in America. 

Keep on rockin´

Ree

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