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Standhafte Cable Car! (022/222)

15. Juni 2017

San Francisco. Dieser Städtename strahlt etwas aus, vielbesungen (wohl am berühmtesten von den Mamas & Papas), hochgelobt (Blumenkinder, Gay Pride) und sportbegeistert (49ers, 76ers, Kings…). Er verheißt die Coolness und Lockerheit des Sunshine State Kalifornien und beherbergt historische Sehenswürdigkeiten wie Golden Gate Bridge und die Cable Car. Wer mit so vielen Vorschusslorbeeren ausgestattet ist, der kann diese Erwartungen eigentlich nur enttäuschen. Wobei, das ist ein zu härtest Wort. Sagen wir einfach, nicht erfüllen. Wie es dann eben auch war.


Zunächst war nämlich Warten angesagt. Kurz nach der Ankunft in der Stadt, übergesetzt mittels BART-Transportsystem aus Oakland kommend, wurde zunächst das 1-Day-Ticket für die MUNI (das innerstädtische Nahverkehrssystem) besorgt und sich an der Powell Street in die Schlange der auf die Cable Car wartenden Touristen eingereiht. Geduld war gefragt, dauerte es doch fast 60 Minuten, bis man sich endlich in einen überfüllten Waggon quetschen konnte. Warum zwischenzeitlich fast 20 Minuten keiner fuhr, bleibt mir ein Rätsel. Durch die sardinenbüchsenähnliche Enge war zumindest an eine entspannte Fahrt, mit Fotos gar, nicht ansatzweise zu denken und so war die Erleichterung groß, als man auf Höhe Fishermans Wharf endlich wieder aussteigen konnte.

Dieser Fleck ist, obwohl völlig von Restaurants, Souvenirshops und Straßenkünstlern eingenommen, wahrhaft stylisch und ermöglicht einen mehrstündigen Spaziergang und entspannten Aufenthalt. Das Preisniveau ist natürlich auch hier unverändert hoch, aber zumindest die Aussicht auf das Meer (mit Alcatraz und den Brücken), sowie diverse Freiluftmuseen sorgen für gute Laune und Erstaunen. Nach einem ausgiebigen Erkundungsspaziergang und einer relaxten Busfahrt kam die Golden Gate Bridge dann immer näher und offenbarte, warum sie eine Art Weltwunder darstellt. Wunderschön, erhaben und unerschütterlich steht sie in strahlendstem rot da und stört sich scheinbar weder an den vielen Fotografen, noch an den tausenden sie überquerenden Autos. Sie wurde 80, im Mai diesen Jahres, und jede Menge Merchandising war dazu zu bekommen. Völlig nebelfrei thronte sie über dem Wasser, wohlwissend, dass sie ob ihres Status vermutlich doppelt so alt werden wird. 


Es ist erstaunlich, weil ja dann doch nur ein Bauwerk, aber diese Brücke sorgte schon etwas für das Gefühl, San Francisco als etwas ganz besonderes anzusehen. Obwohl es doch vielerorts einfach nur voll, laut und dreckig war. So wurde der gute Eindruck auch direkt von der Cable Car wieder zunichte gemacht, denn die Wartezeit für den Rückweg war nochmals deutlich höher, wohingegen der Grund dafür nicht wirklich erkennbar war. Schikane? Defektes Stahlseil? Auf jeden Fall pfiff ein eisiger Wind und ließ auf eine baldige Rückkehr in die Wohnung hoffen. Als das nach einer rasanten Berg- und Talfahrt auf diesmal zumindest prominenten Außenplätzen, geschafft war, stellte sich Erleichterung ein. Das Schlange stehen war sehr anstrengend und die Cable Car hinterließ dadurch keinen guten Eindruck. Tolle Fotos sind dann eben doch häufig nur eine geschönte Form der Realität.
Aber noch sind wir weder in Oakland, noch in San Francisco überfallen worden, hatten gemeinsam viel Freude und streben in Kürze den Aufbruch in ländlichere Gefilde an. So kann dann zum Start eine Stadt auch mal anstrengender und weniger faszinierend als vermutet sein. Schön und sehenswert ist sie dennoch allemal. Nur Geduld, die sollte auf jeden Fall nicht im Reisegepäck fehlen. Dann wird es ein schöner Ausflug. Selbst mit der Cable Car.

Keep on rockin´

Ree 

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