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Der Engels Städte (028/222)

23. Juni 2017

Los Angeles. Die Engel. Mit dem Boom der Filmindustrie Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich die Einwohnerzahl innerhalb eines Jahres vervierfacht und irgendwie hat sich die Stadt davon bis heute nicht richtig erholt. Eine Smogglocke hängt trotz aller Umweltmaßnahmen weiterhin über dem Tal und es wird gesagt, man liebt oder hasst die Stadt. Aber aus nun eigener Erfahrung kann ich das so nicht bestätigen. Zumal sie eigentlich keine einzelne Stadt ist, sondern einfach ein Zusammenschluss höchst unterschiedlicher Städtchen. Egal, ob Beverly Hills (wo wir von der Security aus einer Residential-Area hinaus begleitet wurden), Venice & Santa Monica (wo Sport, Coolness und Flair die Stadt beherrschen), Hollywood (wo der Wahnsinn & das Chaos regieren) oder auch die verrufeneren Viertel wie Compton (das man als Rap-Fan nur schweren Herzens umfährt) – das Bild wechselt permanent, in Bezug auf Architektur, Menschenschlag und auch Sauberkeit der Straßen. Und auch das Navi führt einen nicht immer nach LA, sondern besteht auf die Eingabe der Unterorte – wie Culver City, unseren Wohnort mit der blauen Tür.

So gibt es zwar viel zu erkunden, aber irgendwie ziemlich wenig zu sehen – klingt blöd, ich weiß, also genauer: Ziemlich wenig, was einem wirklich im Gedächtnis bleibt. Als Sportler war der Muscle Beach in Venice für mich beispielsweise ein wichtiges Ziel. Ernüchternd blieb ich zurück, da alles verrottet und der Abschnitt vielleicht 200 Meter lang ist. Außerdem kostet der Parcours 10$ Eintritt, so blieb ich Zuschauer und habe es nun wenigstens mal gesehen. Santa Monica Beach, mit dem berühmten Pier, der das Ende der Route 66 markiert, habe ich nur als übervoll wahrgenommen – dagegen ist Köln in der Weihnachtszeit wie ausgestorben. Ob es am Freizeitpark oder den wirklich großartigen Stränden liegt, vermag ich nicht zu sagen. Die zugehörige City war hingegen ausgesprochen attraktiv (mit einem T-Mobile- und Apple-Flagshipstore), so dass man auf der Suche nach Penny und Bernadette auch gerne etwas länger in der Cheesecake Factory eingekehrt ist (ein Stück Käsekuchen hat 1500 Kalorien !!!).


Der Hollywood Boulevard ist dann ein einziger Zirkus von Selbstdarstellern in coolen Autos oder Fantasy-Bekleidung, unachtsam über die Sterne stapfenden Touristen, die vor sich hin schwitzen, und beeindruckenden Gebäuden, die aber durch das Gedränge zu Unrecht in den Hintergrund rücken. Das Dolby- und Chinese Theatre sind beispielsweise mit der angegliederten Mall wirklich sehenswert und der Blick von oben auf die LA-„Skyline“ (ein paar Türmchen) ist sehr schick. Außerdem sieht man von hier den „Hollywood“-Schriftzug wirklich erstklassig. Eine Menschenansammlung gibt es übrigens nur bei einem Stern auf dem gesamten Walk of Fame, der in erster Linie negative Kommentare von Leuten aus der ganzen Welt hervorruft: Mr. Trump hat wohl für seine TV-Auftritte irgendwann mal einen Pflasterstein erhalten – er wäre besser in diesem Metier geblieben…


Witzige Anekdote: Beide Busfahrer der von uns absolvierten Hop on/ off-Tour wollten kein Geld haben, so dass wir ein paar Stunden gratis durch die Stadt gegondelt sind. Sehr cool, immerhin 110$ Ersparnis. So konnten wir ohne schlechtes Gewissen zum gleichen Preis noch die Paramount-Studiotour dranhängen, die in der Tat sehenswert ist. Sehr individuell, nur vier Besucher mit persönlichem Guide in einem Golfcart, wurden wir durch die Gassen gefahren (5 Bezirke New Yorks auf kleinster Fläche), haben das Studio von Dr. Phil besucht (der US-Psycho-Talkstar), Illusionen genommen bekommen (von wegen, Tom Cruise schaut in Top Gun auf das Meer oder King Kong ist groß…) und einige Requisiten besichtigen können. Auch wenn wir keinem Star persönlich begegnet sind (der Parkplatz von Michael Bay war leer und Samuel L. Jackson gerade in der Lesestunde), hat sich dieser Ausflug wirklich gelohnt.


So verlassen wir die vielen Städte der Engel nach drei Tagen mit einem guten Gefühl. Viel gesehen, wenig verpasst (ok, das Dodger Stadium – aber vielleicht gibt es am Ende in Oakland nochmal Baseball live) und auch im Stadtverkehr prima zurecht gefunden. Vielleicht kommt man sogar nochmal zurück, irgendwann. Denn obwohl sie eigentlich nichts wirklich fesselndes hat, hat sie doch irgendwie ihren Reiz. So seltsam sich das anfühlt.

Keep on rockin´

Ree  


 

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