Von der Idiotie der Welt!

Hetze. Von links wird geschrien, von rechts wird gehetzt und in der Mitte verliert man das Gefühl für Richtig und Falsch. Die Einflussreichen machen mit, beziehen Stellung und verlieren sich in Aussagen voller Schuldzuweisungen, Selbstschutz und Eindimensionalität. Ich finde dieses Bild sehr anschaulich. Meine Sorge dreht sich allerdings eher um die Frage, wie man genau jene Menschen erreicht, die sich in Ängsten wähnen, radikalisieren lassen oder mangels Vertrauen in alte Gesichter irgendwas anderes wählen oder irgendwen vertreiben wollen, weil ihnen das vielleicht vermeintliche Sicherheit verspricht (wovor auch immer).

Will sagen, wir teilen Beiträge, die unseren eigenen Idealen entsprechen immer in unserem persönlichen emotional-sozialen Kreis, in sozialen Netzwerken, Zeitungen oder dem Bekanntenkreis und erfreuen uns daran, den vermeintlich richtigen Pfad vorzugeben. Dummerweise (oder eben verständlicherweise) sehen das andersdenkende Personen allerdings ebenso. Sie bewegen sich in ihrem eigenen sozialen Umfeld und erfahren ähnliche Bestätigung beim Teilen völlig gegenteiliger Beiträge.

Uns ist die Mischung abhanden gekommen, dieses miteinander statt übereinander Reden. Der Diskurs ist dem Geschrei gewichen, Argumente werden nicht mehr ausgetauscht, um einen Kompromiss zu finden, sondern schier ausgespuckt, um sie dem Gegenüber wie einen verbalen Faustschlag ins Gesicht zu schlagen. Selbst mir fällt es oft schwer, den Fokus zu verändern und mich in die Lage der protestierenden Mitmenschen zu versetzen, denn ich teile viele ihrer Probleme nicht. Geld, Arbeit, Freunde, Urlaub, Luxus, ausländische Freunde, alles mehr oder minder vorhanden. Wie kann ich es mir daher erlauben, vorzugeben, was meine weniger gut gestellten oder anders sozialisierten Nachbarn zu akzeptieren haben?

Was mir bleibt ist die Hoffnung, irgendwie wieder die ethische Fragestellung in den Vordergrund rücken zu können, die Tatsache, dass wir als Menschen eine Einheit bilden, nicht als Nationen. Viele Herausforderungen sind moralisch fraglos tragbar, aber es wurde versäumt, hier einen nachvollziehbaren Weg aufzuzeigen. Zumal die Historie der Welt von Durchmischung, Kriegen und Flucht geprägt ist und eine stabile Kooperation mit anderen Ländern im Vorfeld vieles hätte abmildern können. Dummerweise herrschen in Politik und Führungskreisen die polternden Gestalten vor und verhindern durch ihre ermüdenden gegenseitigen Schuldzuweisungen jeglichen konstruktiven Diskurs. Eine Flüchtlingskrise, die längst keine mehr ist, verdrängt so viele wichtigere Themen (Digitalisierung, Bildung, Umwelt…), weil Populisten auf allen Seiten die Spaltung zum Machtaufbau nutzen.

Es ist an der Zeit, aufeinander zuzugehen, Gespräche zu suchen und die wahren Gründe für Pauschalisierungen und Proteste zu ergründen. Es ist an der Zeit, soziale Spaltungen umzukehren und Perspektiven aufzuzeigen. Es ist an der Zeit, wieder Politik für die Menschen zu machen, nicht gegen bestimmte Gruppierungen. Ich weiß nur nicht, ob mich genug hören, damit ein globaler Ruck durch genug von uns geht. Denn am Ende wollen wir doch alle nur ein schönes und entspanntes Leben haben. Es ist kurz genug…

Keep on rockin‘

Ree

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